The dating mom

Es gibt Menschen die von ihnen strahlen. Kennt ihr die?

Keine Ahnung wie sie das machen, aber sie schaffen allein mit ihrer Anwesenheit ein positives Wohlgefühl zu vermitteln. Das sind diejenigen bei denen man Termine oder Treffen freiwillig nie absagen würde. Diese Spezies ist allerdings entweder oft ausgebucht, denn sie verfügen meist über eine riesige Bandbreite von unterschiedlichsten Kontakten und Freundschaften oder wohnen einfach mal 1 1/2 Stunden weit weg. Ich habe solche Menschen nicht nur in meinem Freundeskreis. Eine solche Person ist zum Beispiel die Osteopathin, die ich seit Geburt der Kinder vielleicht 6-8 mal besucht habe. Wir Siezen uns! Aber diese Termine waren/sind tatsächlich nicht nur körperlich eine Wohltat. Das Wesen und die Gespräche dieser Osteopathin waren für mich bisher immer eine Bereicherung. Wenn man solche Menschen nicht schon im Freundeskreis integriert hat, dann würde man am liebsten sagen, willst du bitte meine Freundin sein?

Im Allgemeinen empfinde ich das mit dem „Freundschaften schließen“ als Mama übrigens nicht mehr so einfach. Wie verdammt selbstverständlich hat sich das früher angefühlt, dort eine große Clique von Mädels, da eine beste Freundin, und da noch 2 Schulfreundinnen… Dann kamen die losen, aber guten Freundschaften dazu: Freunde der unterschiedlichen Schulen, Ausbildungen etc. Das fügte sich ganz natürlich, es kam mir gar nicht in den Kopf zu fragen, sind wir jetzt Freundinnen? Es gab sogar Zeiten in denen ich mit Jungs, echt wahr jetzt, befreundet war. Also nicht die Papas oder Freunde/Männer von Freundinnen oder Bekannten, sondern Kerlen, die teils Singles waren.

Mit dem Mamasein trat dann eine Veränderung ein. Wie wir uns verändern, verändert sich auch unsere Rolle und unsere Freundschaften. Freundeskreise verändern sich, wenn sich die Familienformen verändern. Besonders wenn sich im Freundeskreis unterschiedliche Wege hinsichtlich Familienfindung, Familienplanung oder dem Dauer-Single-Leben durchmischen, dann können schon wenige Kilometer Menschen, wie die Kluft zwischen dem Grand Canyon, trennen. Manchmal geht man zwar auf die Plattform des Grand Canyons und schaut mal rüber oder runter. Aber man ist eher fasziniert von den Formen der Zerklüftung. Doch das Tal zwischen der Zerklüftung wird nicht so genutzt, wie es eigentlich möglich wäre, zum Beispiel für gemeinsame Abenteuer.
Mama sein kann dann auch Einsamkeit bedeuten. Eine andere Einsamkeit, die sich klammheimlich anschleicht und oft erst später wahrgenommen wird. Denn zwischen dem Pampers wechseln, der Schlafabstinenz und den Trotzanfällen und nicht zu vergessen, der plötzlich angestiegenen Flut an Wäsche, kann es eine Weile dauern, bis Mama Zeit für das Universum außerhalb ihrer eigenen 4 Wände findet.

Soll die Einsamkeit nicht länger andauern, dann braucht es hier tatsächlich eine Veränderung, es kommt also zum Mommydating. Das ist leider nicht mehr so spielerisch und einfach wie früher, sondern eine bewusste Entscheidung. Keine Affäre, sondern mit Absicht auf eine feste Beziehung. Und hier ist es so, dass das Kontakte knüpfen mit Kindern etwas anders verläuft als früher und die Kriterien von nachmittaglichen Verabredungen eher im Interesse der kindlichen Spielbedürfnisse entspricht als zum Beispiel den reinen Vorlieben für Sarkasmus ihrer Mütter.

Aber so geht es sicher nicht allen. Es gibt die Exemplare an Mamas, die scheinbar mit Leichtigkeit die Aufrechterhaltung von Beziehungen und Schaffung von neuen Freundschaften zurecht zu kommen. Die sich zum Beispiel mit verschiedenen Mamas treffen, egal aus welcher Lebensepoche sie stammen. Die zu jedem einen Draht aufbauen können und ganz nebenbei einen interessanten Plausch mit anderen Elternteilen auf dem Spielplatz führen.

Die Pr(ov)inziliasche Blutsverwandschaft lebt in einer Großstadt. Dort wurde dieses Thema schon angegangen: Dating Mums in Großstädten per virtueller Partnerbörse. Alle 11 Minuten verli…ähhh, verabredet sich eine Single(mommy) mit Par(eltern)ship.

Warum denn nicht? Es nicht einfach sein Match zu finden. Und wenn ich ans daten an sich denke, dann gibt wenige Momente, die einen ähnlich beflügeln, die positive Energie verleihen können, wie das erste Date. Ich erinnere mich noch, wie mir vor meinem ersten Date mit dem Schlossherrn fast das Herz aus dem Hals gehüpft ist. Sowohl meine beste Freundin als auch meine Schwester mussten mir bei der Kleiderwahl zur Seite stehen. Ob das Mommydating dann ein ähnlich aufregend wird sei dahingestellt. Aber Kontakte zu knüpfen oder wieder aufzunehmen ist zumindest ein Schritt. Ob es dann in einer neuen, wohltuenden Beziehung endet oder eine kleine Abwechslung für einen Mittag- zwischen dem aufwischen der ausgelaufenen Trinkflasche im Rucksack- ist, das wird sich dann erst noch zeigen.

Kontaktfreudige Grüße

Eure Pr(ov)inzessin

Photo by Victoria Borodinova on Pexels.com

 

Hinterlasse einen Kommentar