Dufte Sache

In unserem Wesen sind wir ja Sinnesmenschen. Während sich bei dem Einen wahre Bildmonumente vor dem inneren Auge aufbauen. Ist es beim Anderen eher der feine Ton, den er aufnimmt und der ihn hellhörig werden lässt.

Für meinen zuvörderst ausgeprägten Sinn ist ein mittig im Gesicht zentriertes Organ verantwortlich: Die Nase. Bei manchen auch Riechkolben genannt. Ein ziemlich technisches Wort für ein Sinnesorgan sollte man meinen. Aber tatsächlich kann diese, mal mehr oder weniger schöne, körperliche Ausstattung feinste Nuancen an Veränderungen wahrnehmen. Somit hat der Nasensensor oder Nasenbarometer tatsächlich eine physikalische Bestimmung. Und wie es oft so ist, bringen solche technischen Ausstattungen dem stolzen Besitzer Freud und Leid in einem.

Als Provinzessin in ländlichster Umgebung zum Beispiel werden diese Geruchsempfindungen manchmal sehr unter die Probe gestellt. Insbesondere, da sich so mancher landwirtschaftliche Agrardienstleister auf eine Großzucht von Schweinen im Ort spezialisiert hat und je nach Windrichtung, diesen Umstand geruchsmäßig jedem Einwohner um die Nase weht. Man sollte sich auch gut den Erwerb eines Bauplatzes überlegen, der unmittelbar an ein Weidenwiesengrundstück grenzt und dessen Bewirtschafter die Jauche regelmäßig nach dem Mähen großzügig verteilt.

Der Geruchssensor hat aber auch vielerlei gute Aspekte. Er schafft mir Planbarkeit, indem ich die Krankheiten meiner Liebsten im Vorfeld erschnuppere. Wenn sich beim Schlossherr das alljährliche Heuschnupfenembargo ankündigt, dann rieche ich das zeitnah und erwirtschafte im Drogeriemarkt bereits eine große Ration an Taschentüchern. Apropos Schlossherr: Mittlerweile ist es ja allgemein bekannt und wissenschaftlich erwiesen, dass wir nur mit jemandem in Beziehung kommen können, den wir auch gut riechen können. Nur blöd, dass sich bei mir während der Schwangerschaft die Geruchssensitivität besonders stark ausprägte. So konnte ich den Schlossherrn in dieser Zeit zeitweise ohne Wäscheklammer kaum erdulden. Der Geruch muss passen und mein Körper hat in dieser Zeit ganz eindeutig geschrien: Fass sie nicht an, sie wurde schon befruchtet! Besetzt! Diesen Umstand reibt mir übrigens der Betroffene noch heute unter die Nase. Schöne Grüße auch ;o)

Der ein oder andere war sicher auch schon ein paar Mal in mehr oder weniger fernen Ländern auf Reisen. Habt ihr da einmal wahrgenommen, wie sich zunehmend der Geruch des eigenen Urins verändert? (In der Schwangerschaft übrigens auch) Als Geruchssensibelchen war es in der Vergangenheit also immer eines der Reiseabenteuer herauszufinden, ob ich meinen neuen Geruch leiden kann oder nicht. Und manchmal halfen sämtliche kosmetische und sonstige Mittelchen nix, um sich mit dem fremden Duft anzufreunden.

Vom Leid zu den Abstrusitäten hin zur Freude des Alltags: Wie schön es nach eben so einer Reise ist den heimischen Duft wieder anzunehmen. Oder im Alltag, wenn der brühende Kaffee in der Filtermaschine durch die Zimmer zieht. Oder sich abends in ein frisch bezogenes Bett legt, dieser herrlich frische Wohlgeruch. Einfach #comfy#! Ach was es nicht alles gibt, was da so gut duftet. Regen, Wald, Pumpkin Spice, frisch geputzte Zähne mit einer Kräuterzahnpasta….Und das ganz Geniale ist, wir können unsere Sinne auch bewusst einsetzen: Wir haben bei uns zuhause zum Beispiel einen Duft-Anker für schlechte Zeiten. Seit Jahren habe ich bei unseren Urlauben (schon ohne Kinder) immer das gleiche Duschgel eingepackt. Es wurde immer nur im Urlaub benutzt. Nun reicht es schon, das Duschgel zu öffnen und daran zu schnuppern und es kommen positive Gefühle auf, die mit den positiven Erinnerungen und Gefühlen des Urlaubs verknüpft sind.

Habt ihr auch einen Anker? Habt ihr auch einen Duft den ihr bewusst einsetzt? Ein Parfüm? Ein Waschmittel?

Naseweise Grüße

Eure Pr(ov) inzessin